Neophytenmanagement
Das Naturschutzzentrum wirkt gemeinsam mit der unteren Naturschutzbehörde des Landkreises, den Landschaftspflegeverbänden der Region und anderen Partnern bei der Arten- und Standortbezogenen praktischen Verdrängung, sowie Beratung und wissenschaftlicher Begleitung der Neophytenproblematik mit.
Im Rahmen grenzüberschreitender Projekte wurden bereits vielfältige Aktivitäten zu diesem Thema durchgeführt.
Neopphytenmanagement in der Euroregion Neiße
Im Rahmen des Ziel 3-Programms der EU (EFRE) arbeiten wir in einem deutsch/tschechischen Projekt bei der Verdrängung von invasiven Neophyten mit. Invasive Neophyten („neue Pflanzen“) sind Pflanzenarten die ursprünglich nicht im Projektgebiet vorkamen, vom Menschen aus anderen Teilen der Welt absichtlich eingeführt oder unbeabsichtigt eingeschleppt wurden und sich nun an geeigneten Standorten unkontrolliert (invasiv) ausbreiten. Dies betrifft im Projektgebiet vor allem die Staudenknöterich-Arten (Fallopia japonica, F. sachalinensis, F. x bohemica), den Riesen-Bärenklau (Herkulesstaude) (Heracleum mantegazzianum), das Drüsige Springkraut (Impatiens glandulifera) und die Goldrutenarten (Solidago canadensis, S. gigantea).
Das Projektgebiet umfasst auf tschechischer Seite:
die Osthälfte der Region Liberec (Liberecký kraj) im Einzugsgebiet der Flüsse Neiße, Smědá und Jizera
und auf deutscher Seite:
den südlichen Teil des Landkreises Görlitz im Einzugsgebiete der Flüsse Neiße und Spree
Außer uns sind weiterhin am Projekt beteiligt:
- der Landkreis Görlitz (Leadpartner) - http://www.kreis-goerlitz.de
- der Liberecký kraj (Tschechischer Kooperationspartner) - http://www.kraj-lbc.cz/
sowie als externe Kooperationspartner:
- Landschaftspflegeverband "Zittauer Gebirge und Vorland" e.V. http://www.lpv-zittauergebirge.de/
- Landschaftspflegeverband „Oberlausitz“ e.V. – keine Internetpräsenz
- Planungsbüro Ingenieure Krüger & Jedzig - http://www.krueger-jedzig.de/
- Technische Universität Berlin - http://www.oekosys.tu-berlin.de/menue/home/
Hauptziel des Projektes ist die Erarbeitung eines auf andere Regionen übertragbaren Erfassungs- und Bewertungsschemas. Mit dessen Hilfe sollen Neophytenbestände in der Dringlichkeit und den Erfolgsaussichten einer Verdrängung sowie dem dazu erforderliche Bekämpfungsaufwand erfasst und bewertet werden. Aus dem Bewertungsergebnis sollen sich dann in einfacher und nachvollziehbarer Weise Prioritäten für Verdrängungsmaßnahmen ableiten lassen.
Schwerpunkte unserer Tätigkeit sind dabei:
- die praktische Verdrängung ausgewählter Neophytenbestände durch mechanische (Ausreißen, Ausstechen, Mahd) und chemische Bekämpfung einschließlich Ausfüllung von Datenblättern als Grundlage für eine wissenschaftliche Auswertung
- die genaue Erfassung (Kartierung) der aktuell im Projektgebiet vorhandenen Bestände invasiver Neophyten
- Öffentlichkeitsarbeit zur Aufklärung und Sensibilisierung der Bevölkerung für das Thema (Problem)-neophyten in Form von operativer Fachberatung auf Anfrage
- Aktivitäten zur Sicherung der Nachhaltigkeit des Projektes. Eine nach den Erfordernissen des jeweiligen Standortes differenzierte Nachsorge.
Weitere Projektinformationen finden Sie unter www.Neophytenmanagement.de
Foto: Mike Krüger
Kay Sbrzesny



