Was sind Neophyten

Neophyten sind Pflanzenarten, welche erst durch den Einfluss des Menschen zu uns gekommen sind und nicht von Natur aus in Deutschland vorkommen. Sie gehören  zu den gebietsfremden oder nichtheimischen Arten (Neobiota).  Bei den meisten Neophytenarten ist dies beabsichtigt geschehen, z. B. durch die Einführung von Zier- und Nutzpflanzen wie der "Rot-Eiche" (Quercus rubra), kann aber auch unbeabsichtigt erfolgen (z. B. durch Verschleppung von Pflanzensamen mit Handelsgütern). Mit dem Beginn des transkontinentalen Handels, welcher mit der Entdeckung Amerikas 1492 verstärkt zunahm, wurden auch die Neophyten (wörtlich "Neu-Pflanzen") vermehrt in unser Ökosystem eingebracht. Deshalb wurde die Entdeckung Amerikas auch als "Stichtag" für die Einführung von Neophyten festgelegt.

 

Invasive Arten:
Gebietsfremde Pflanzenarten, die unerwünschte Auswirkungen auf andere Arten, Lebensgemeinschaften oder Biotope haben, werden im Naturschutz als invasive Arten bezeichnet. Oft treten sie in Konkurrenz um Lebensraum und Ressourcen mit anderen Pflanzen und verdrängen diese. Neophyten verursachen auch ökonomische (z. B. Unkräuter) oder gesundheitliche Probleme (z. B. Verbrennungen durch den Saft des Riesen-Bärenklaus).

 

Bei uns verbreitete Neophyten:
Zu den im Landkreis Löbau - Zittau verbreiteten Neophyten gehören:
- "Gewöhnlicher Japan-Knöterich" (Fallopia japonica)
- "Sachalin-Knöterich" (Fallopia sachalinensis)
- "Riesen-Bärenklau" (Heracleum mantegazzianum)
- "Vierblättrige Lupine" (Lupinus polyphyllus)

 

Beispiele

Riesenbärenklau

  

Riesenbärenklau (Heracleum mantegazzinum)
 

Eigenschaften:
Der Riesenbärenklau (Herkulesstaude) stellt aufgrund eines giftigen Inhaltsstoffes, welcher in Verbindung mit Sonneneinstrahlung zur Verbrennung der Haut führen kann, ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar.

 

Japanischer Knöterich

 

Japanischer Knöterich (Reynoutria sachalinensis)
 
Eigenschaften:
Das eigentliche Problem ist das schnelle Wachstum und die Ausbreitungsfähigkeit des Knöterichs. Dadurch wird die natürliche Vegetation erheblich verdrängt.

Er breitet sich vorwiegend an Bächen, in Gärten und an Straßenrändern aus.

 

Kanadische Goldrute

Kanadische Goldrute (Solidago canadensis)

 

Eigenschaften:

Problematisch wird ihr Auftretendann, wenn sie in naturschutzfachlich wertvolle Bereiche einwandern, die auf die ständige Nutzung durch den Menschen angewiesen sind, wie z.B. Magerrasen oder Streuwiesen. Sobald die traditionelle Form der Nutzung aufgegeben wird, beschleunigt das Eindringen der Goldruten den Abbau der schutzwürdigen Vorgängervegetation.

 

Letztes Update: 20.08.2010.