Vögel

Aus der Vogelwelt nur bedingt gute Neuigkeiten

Das Zittauer Gebirge ist neben seinen malerischen Ortschaften mit den typischen Umgebindehäusern, die von Wiesenflächen gesäumt werden, geprägt von Wäldern sowie bizarren Fels- und Steinformationen.

 

All diese Landschaftselemente beherbergen eine charakteristische Vogelfauna.

Typischen Arten der Felsen, die sogenannten Felsbrüter, konnten sich nach ihrem Verschwinden in den 50er Jahren in ihren Beständen wieder gut erholen.

Hingegen können Offenlandarten, also Arten wie Kiebitz, Rebhuhn und Wachtelkönig, welche bevorzugt oder ausschließlich in Äckern und Wiesen brüten, immer seltener beobachtet werden.

Schwarzspecht (Foto: Tim Hedtke)
Raufußkauz (Foto: Tim Hedtke)
Braunkehlchen (Foto: Tim Hedtke)

Erfassen, Schützen, Fördern

Dieser dem Naturschutz innewohnende Dreiklang findet auch bei unseren Aktivitäten im Vogelschutz Anwendung. Wir sind regelmäßig für Kartierungsprojekte im Einsatz, aus denen sich Schutzkonzepte ableiten lassen. Gezielte Förderung erreichen wir durch das Ausbringen und die Kontrolle von Nisthilfen.

 

So werden bereits seit mehreren Jahren die Brutreviere geschützter Vogelarten im südlichen Landkreis Görlitz erfasst und kontrolliert. Die Untere Naturschutzbehörde wird über Artvorkommen regelmäßig informiert. Bei Bedarf und Notwendigkeit werden geeignete Schutzmaßnahmen mit der Unteren Naturschutzbehörde abgestimmt.

 

Folgende im Landkreis Görlitz vorkommende Arten werden im Rahmen des aktuellen Projektes (2025-2027) erfasst:

  • Baumfalke

  • Birkhuhn

  • Braunkehlchen

  • Kiebitz

  • Rebhuhn

  • Rotmilan

  • Schwarzmilan

  • Schwarzstorch

  • Sperbergrasmücke

  • Uhu

  • Wachtelkönig

  • Wanderfalke

  • Wespenbussard

  • Wiesenpieper

Horstschutzzonen

Beschränkung des Betretungsrechtes

Natürlich werden im Rahmen der Erfassung auch alle anderen bemerkenswerten Funde dokumentiert und der UNB gemeldet.

 

Schutzmaßnahmen für die Vogelarten sind hauptsächlich vereinbarte Nutzungseinschränkungen in der land-, teich- und forstwirtschaftlichen Bewirtschaftung. Für die felsbrütenden Arten sind aber auch Beschränkungen des allgemeinen Betretungsrechtes in Fels- und Klettergebieten ein erprobtes und von allen Seiten akzeptiertes Schutzkonzept. Die Ausweisung sogenannter Horstschutzzonen ermöglicht empfindlichen Arten eine störungsfreie Jungenaufzucht. Die Einhaltung der Beschränkungen wird regelmäßig kontrolliert.

 

Für das Jahr 2026 wurden von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Görlitz folgende Gebiete als Horstschutzzonen ausgewiesen:

Nähere Informationen dazu können der "Allgemeinverfügung des Landkreises Görlitz zum Schutz von Brut- und Wohnstätten von streng und besonders geschützten Wirbeltierarten vom 30. Januar 2026" entnommen werden.

 

Besonders geschützte Felsenbrüter im Zittauer Gebirge

Uhu (Bubo bubo)

Der Uhu ist die größte unserer einheimischen Eulen. Im Zittauer Gebirge und Vorland sind in den letzten Jahren mindenstens vier Reviere jährlich besetzt. Am ehesten sind die markanten Uhu - Rufe zu hören. Für die Ausweisung der Horstschutzzonen  finden in den bekannten Revieren zu den Balzzeiten (September-Oktober und Februar-März) daher umfangreiche Monitorings statt. Bei entsprechender Revierbesetzung erfolgt für den Uhu eine Horstschutzzonenausweisung ab dem 15. Januar bis zum 31. August. Problematisch für erfolgreiche Jungenaufzucht scheint das ungenügende Nahrungsangebot zu sein.

 

Brutergebnisse der letzten Jahre:

  • 2021: Vier Brutreviere im Altkreis Löbau-Zittau besetzt. Vier junge Uhus ausgeflogen.

  • 2022: Vier Brutreviere besetzt. Drei Bruten begonnen. Vier junge Uhus aus zwei erfolgreichen Bruten ausgeflogen.

  • 2023: Vier Brutreviere besetzt. Zwei Bruten begonnen und davon eine Brut erfolgreich mit einem Jung-Uhu.

  • 2024: Fünf Brutreviere besetzt. Eine erfolgreiche Brut mit einem Jungvogel.

  • 2025: Fünf Brutreviere besetzt. Eine erfolglose Brut im Zittauer Gebirge.

  • 2026: Sieben Brutreviere besetzt. Eine erfolgreiche Brut mit einem Jungvogel.

Uhu (Foto: Kay Sbrzesny)

Wanderfalke (Falco peregrinus)

Der Wanderfalke ist ein gewandter und schneller Greifvogel. Zu den Beutetieren zählen Tauben, Drosseln und Stare, die er ausschließlich im Luftraum mit beeindruckenden Sturzflügen angreift. Im Zittauer Gebirge ist der Wanderfalke seit 1999 regelmäßig mit ein bis zwei Brutpaaren vertreten. Für den Wanderfalken ist eine Horstschutzzonenausweisung vom 15. Januar bis zum 20. Juni erforderlich.

 

Brutergebnisse der letzten Jahre:

  • 2021: Zwei Brutreviere im Zittauer Gebirge besetzt. Drei junge Wanderfalken ausgeflogen.

  • 2022: Erstmals 3 Brutreviere im Zittauer Gebirge besetzt. Zwei von drei Bruten waren erfolgreich. Insgesamt 5 junge Wanderfalken ausgeflogen. 

  • 2023: Wieder drei Brutreviere im Zittauer Gebirge besetzt. Alle drei Bruten diesjährig leider erfolglos. (Störung durch Uhu und Fuchs)

  • 2024: Zwei Brutreviere im Zittauer Gebirge besetzt. Eine erfolgreiche Brut mit drei Jungvögeln.

  • 2025: Drei Brutreviere im Zittauer Gebirge besetzt. Zwei Bruten, davon eine Brut erfolgreich mit drei Jungvögeln.

  • 2026: Zwei Brutreviere im Zittauer Gebirge besetzt. Eine erfolglose Brut (Störung durch Uhu).

Wanderfalken (Foto: Kay Sbrzesny)
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