Was ist ein Naturschutzgebiet

Im Vordergrund steht der Schutz und die Entwicklung der Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes, der Nutzungsfähigkeit der Naturgüter, der Pflanzen- und Tierwelt sowie der Vielfalt, Eigenart und Schönheit von Natur und Landschaft als Lebensgrundlagen des Menschen und als Vorraussetzung für seine Erholung. Landschaften und Landschaftsteile, die sich wegen ihrer höheren Natürlichkeiten auszeichnen, sollen entsprechend dem Grundsatz des Landesentwicklungsplans in der jeweils geeigneten Form unter Schutz gestellt werden. Grundlage dafür ist das Bundesnaturschutzgesetz. Naturschutz ist Ländersache und wird in Sachsen durch das sächsische Naturschutzgesetz geregelt.

Der Landkreis kommt diesem Grundsatz auf Kreisebene nach, z. B. durch die Ausweisung von:

 

 

Die 6 Naturschutzgebiete im südlichen Landkreis Görlitz

Löbauer Wasser

Naturschutzgebiet Georgewitzer Skala

   

Nördlich von Löbau liegend erstreckt sich das Naturschutzgebiet "Georgewitzer Skala" zwischen den Ortslagen Georgewitz und Oppeln auf einer Fläche von ca. 28ha. Aufgrund der Nähe zur Stadt Löbau wird es hauptsächlich von Wochenendspaziergängern der Stadt sowie der umliegenden Ortschaften zur Erholung genutzt. Ein Besuch für den Naturfreund lohnt sich besonders in den Monaten April und Mai wegen des Blütenreichtums im Frühjahr. 
Die Georgewitzer Skala bildet ein schluchtenartiges Felsental (skala =slawische Bezeichnung für "Fels") des Löbauer Wassers. Diese Form eines Durchbruchtals ist in der Oberlausitz, besonders im Lausitzer Gefilde, häufiger anzutreffen. Auf einer Länge von ca. 1,3 km durchbrach das Löbauer Wasser in tausenden von Jahren das geologische Ausgangsgestein, den Westlausitzer Granodiorit bzw. den Zweiglimmer-Granodiorit. Es bildete sich ein tief eingeschnittenes von Süd nach  Nord gerichtetes Tal mit steilen Hängen, Felswänden und Klüften, sowie einem naturnahen, blockreichen Bachbett. Zu beiden Seiten des Baches steigen die bewaldeten Felshänge von 210 m über NN in der Talsohle bis auf eine Höhe von 240 m über NN an und gehen mit mäßiger Neigung in eine Hochfläche über. Der geologische Untergrund ist überwiegend durch nährstoffreichen Lößlehm und Flußschotter der letzten Eiszeit bedeckt.

 


NSG Rotstein

Naturschutzgebiet Rotstein

 

Das Rotsteinmassiv, ca. 7km nordöstlich von Löbau gelegen, erhebt sich mit seinen drei Gipfeln Rotstein (455m), Hengstberg (421m) und Georgenberg (396m) eindrucksvoll im Süden des Oberlausitzer Hügellandes. Nach SCHMIDT lässt sich das Gebiet des Rotsteines naturräumlich der Haupteinheit Östliche Oberlausitz und innerhalb dieser Kleinlandschaft den Granithöhen bei Strahwalde zuordnen.

Das NSG Rotstein mit einer Größe von 77ha gilt als das zweitälteste Naturschutzgebiet Sachsens. Es wurde insbesondere aufgrund seiner reichen Eibenvorkommen unter Schutz gestellt. Bereits um 1840 kamen Hunderte von Menschen auf den Rotstein um ihren Bedarf für ihre Hausapotheken zu decken. Dank der Unterschutzstellung konnte jedoch ein beachtlicher Bestand erhalten bleiben. Das NSG weist einen hohen Artbestand seltener und geschützter Pflanzenarten sowie eine reiche Vogelwelt auf.

 

 

 

NSG Hengstberg

Naturschutzgebiet Hengstberg

 

Der Hengstberg ist mit einer Fläche von ca. 23ha ein relativ kleines Naturschutzgebiet, südlich der Stadt Herrnhut gelegen. Aufgrund seiner Lage am unmittelbaren Stadtrand ist es insbesondere von den Anwohnern der Stadt Herrnhut,  ein für Spaziergänge gern genutztes Erholungsgebiet, das sowohl gut zu Fuß als auch mit öffentlichen Nahverkehrsmitteln gut erreichbar ist. Wer sich hier auf Entdeckungsreise begibt, wird sich besonders an eindrucksvollen Baumbeständen mit zum Teil urwüchsigen Formen erfreuen.

Weitgespannte Kuppe mit unruhigem Kleinrelief, alte Hohlwege, Hänge z.T. in westliche Richtung steil abfallend mit Teilen der Petersbachaue. Submontaner Traubeneichen- (Tannen) Buchenwald. Petersbach-Aue mit Hainmieren - Schwarzerlenwald. Vorkommen von etwa 50 Brutvogelarten, darunter Grünspecht, Pirol, Waldlaubsänger, früher auch Sperber, Wespenbussard und Baumfalke, Brutzeitbeobachtungen des Zwergschnäppers.

 

 

 

Schönbrunner Berg

Naturschutzgebiet Schönbrunner Berg

 

Das NSG Schönbrunner Berg umfasst eine Fläche von 29ha und ist damit ein sehr kleines und wenig bekanntes Naturschutzgebiet im Herzen des Landkreises, zwischen den Städten Herrnhut und Zittau gelegen. Da es mit öffentlichen Nahverkehrsmitteln nur schwer zu erreichen und nicht in der Nähe einer anderen touristischen Attraktion gelegen ist, ist es weniger Anziehungspunkt für auswärtige Touristen als für ortsansässige Bewohner und Schüler der umliegenden Ortschaften. Das Gebiet zeigt sich in voller Schönheit im zeitigen Frühjahr, da es reich an Frühjahrsblühern ist. Das Gebiet sollte besonders in dieser Jahreszeit zum Schutze der wertvollen Vegetation bei Gruppenausflügen nur nach vorheriger Rücksprache mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Löbau-Zittau begangen werden.

Das NSG ist im Süden des Oberlausitzer Hügellandes gelegen und bedeckt den westlichen Teil des Waldberges. Das NSG liegt auf einem Bergkegel, der sich in 350 - 428m NN Höhe erhebt. Die Hänge fallen in Nordwest-, Nord- und Ostrichtung steil ab. Der Schönbrunner Berg ist repräsentativ für die bewaldete Vorbergzone des Lausitzer Berglandes. Das NSG lässt sich pflanzengeografisch dem Bezirk "Ostlausitzer Vorbergzone" zuordnen. Trotz menschlicher Eingriffe kommt in großen Bereichen des NSG ein edelholzreicher Buchen-Mischwald vor, der weitgehend der potentiell natürlichen Vegetation entspricht. Der Laubwald zeichnet sich durch eine große Vielfalt von Blütenpflanzen aus. Viele von ihnen zählen zu den regional seltenen oder gefährdeten Pflanzenarten. Im Jahr 1968 wurden für das Gebiet 40 Brutvogelarten festgestellt.

 

 


NSG Lausche

Naturschutzgebiet Lausche

 

Die Lausche ist mit einer Höhe von 793m über NN die höchste und eindrucksvollste kegelförmige Erhebung des Zittauer Gebirges. Sie ist damit nicht nur das Wahrzeichen für den Ort Waltersdorf und das Zittauer Gebirge, sondern ist zugleich auch die höchste Erhebung Deutschlands östlich der Elbe. Neben der Jonsdorfer Felsenstadt ist sie eines von zwei Naturschutzgebieten, innerhalb des Landschaftsschutzgebietes "Zittauer Gebirge". Die Lausche ist zu jeder Jahreszeit eines der meist besuchten Ausflugsziele des Zittauer Gebirges. Eine naturkundliche Wanderung beginnt man am besten vom oberen Parkplatz in Waltersdorf. Zur Ankunft oder Abfahrt kann man den örtlichen Regionalverkehr nutzen.

Das NSG Lausche umfasst lediglich die obere Kuppe des Lauschekegels. Auf einer Fläche von 11,7ha ist der montane Buchenmischwald in eindrucksvoller Weise erhalten geblieben und bietet hier Raum für eine Vielzahl seltener und geschützter Tier- und Pflanzenarten. Die Ausweisung des Schutzgebietes erfolgte 1967.

 


NSG Jonsdorfer Felsenstadt

Naturschutzgebiet Jonsdorfer Felsenstadt

 

Das Naturschutzgebiet Jonsdorfer Felsenstadt, südöstlich der Ortslage Jonsdorf gelegen, ist neben dem "NSG - Lausche" eines von den beiden Naturschutzgebieten im Landschaftsschutzgebiet "Zittauer Gebirge".
 
Das NSG ist ein bedeutendes geologisches Reservat. Es ist ein Felsengebiet aus fein- bis mittelkörnigem Sandstein, das von Basalt und Phonolith in Gängen sowie einzelnen Schloten durchzogen wird. Die heute sichtbare, vielgestaltige stark zerklüftete Felsenlandschaft entstand durch nachfolgende Errosions- sowie Denudationsvorgänge. Das Gebiet ist von großer ornithologischer Bedeutung.

Letztes Update: 02.11.2009.