Vögel

Aus der Vogelwelt nur bedingt gute Neuigkeiten

Das Zittauer Gebirge ist neben seinen malerischen Ortschaften mit den typischen Umgebindehäusern, die von Wiesenflächen gesäumt werden, geprägt von Wäldern sowie bizarren Fels- und Steinformationen. All diese Landschaftselemente beherbergen eine charakteristische Vogelfauna. Typischen Arten der Felsen, die sogenannten Felsbrüter, konnten sich nach ihrem Verschwinden in den 50er Jahren in ihren Beständen wieder gut erholen. Hingegen können Offenlandarten, also Arten wie Kiebitz, Rebhuhn und Wachtelkönig, welche bevorzugt oder ausschließlich in Äckern und Wiesen brüten, immer seltener beobachtet werden.

Schwarzspecht (Foto: Tim Hedtke)
Raufußkauz (Foto: Tim Hedtke)
Braunkehlchen (Foto: Tim Hedtke)

Erfassen, Schützen, Fördern

Dieser dem Naturschutz innewohnende Dreiklang findet auch bei unseren Aktivitäten im Vogelschutz Anwendung. Wir sind regelmäßig für Kartierungsprojekte im Einsatz, aus denen sich Schutzkonzepte ableiten lassen. Gezielte Förderung erreichen wir durch das Ausbringen und die Kontrolle von Nisthilfen.

 

So werden bereits seit mehreren Jahren die Brutreviere geschützter Vogelarten im südlichen Landkreis Görlitz erfasst und kontrolliert. Die Untere Naturschutzbehörde wird über Artvorkommen regelmäßig informiert. Bei Bedarf und Notwendigkeit werden geeignete Schutzmaßnahmen mit der Unteren Naturschutzbehörde abgestimmt.

 

Folgende im Landkreis Görlitz vorkommende Arten werden im Rahmen dieses Projektes erfasst:

  • Rohrweihe

  • Raufußkauz

  • Sperlingskauz

  • Wanderfalke

  • Schwarzstorch

  • Neuntöter

  • Blaukehlchen

  • Braunkehlchen

  • Rotmilan

  • Kibitz

  • Grauammer

  • Wiesenpieper

  • Uhu

  • Rebhuhn

  • Rohrdommel

  • Dohle

  • Hohltaube

  • Wespenbussard

  • Schwarzspecht

  • Grauspecht

  • Mehlschwalbe

  • Rauchschwalbe

  • Uferschwalbe

  • Kranich

  • Seeadler

  • Wachtelkönig

Schutz von Brutrevieren durch Betretungsverbote (Foto: Kay Sbrzesny)

Natürlich werden im Rahmen der Erfassung auch alle anderen bemerkenswerten Funde dokumentiert und der UNB gemeldet.

 

Schutzmaßnahmen für die Vogelarten sind hauptsächlich vereinbarte Nutzungseinschränkungen in der land-, teich- und forstwirtschaftlichen Bewirtschaftung. Für die felsbrütenden Arten sind aber auch Beschränkungen des allgemeinen Betretungsrechtes in Fels- und Klettergebieten ein erprobtes und von allen Seiten akzeptiertes Schutzkonzept. Die Ausweisung sogenannter Horstschutzzonen ermöglicht empfindlichen Arten eine störungsfreie Jungenaufzucht. Die Einhaltung der Beschränkungen wird regelmäßig kontrolliert.

Besonders geschützte Felsenbrüter im Zittauer Gebirge

Uhu (Bubo bubo)

Der Uhu ist die größte unserer einheimischen Eulen. Im Zittauer Gebirge und Vorland sind durchschnittlich vier Reviere jährlich besetzt. Am ehesten sind die markanten Uhu - Rufe zu hören. Für die Ausweisung der Horstschutzzonen  finden in den bekannten Revieren zu den Balzzeiten (September-Oktober und Februar-März) daher umfangreiche Monitorings  statt. Bei entsprechender Revierbesetzung erfolgt für den Uhu eine Horstschutzzonenausweisung ab dem 15. Januar bis zum 31. August.

 

Brutergebnisse der letzten Jahre:

  • 2021: Vier Brutreviere im Altkreis Löbau-Zittau besetzt. Vier junge Uhus ausgeflogen.

  • 2022: Vier Brutreviere besetzt. Drei Bruten begonnen. Vier junge Uhus aus zwei erfolgreichen Bruten ausgeflogen.

  • 2023: Vier Brutreviere besetzt. Zwei Bruten begonnen und davon eine Brut erfolgreich mit einem Jung-Uhu.

Uhu (Foto: Kay Sbrzesny)

Wanderfalke (Falco peregrinus)

Der Wanderfalke ist ein gewandter und schneller Greifvogel. Zu den Beutetieren zählen Tauben, Drosseln und Stare, die er ausschließlich im Luftraum mit beeindruckenden Sturzflügen angreift. Im Zittauer Gebirge ist der Wanderfalke seit 1999 regelmäßig mit ein bis zwei Brutpaaren vertreten. Für den Wanderfalken ist eine Horstschutzzonenausweisung vom 15. Januar bis zum 20. Juni erforderlich.

 

Brutergebnisse der letzten Jahre:

  • 2021: Zwei Brutreviere im Zittauer Gebirge besetzt. Drei junge Wanderfalken ausgeflogen.

  • 2022: Erstmals 3 Brutreviere im Zittauer Gebirge besetzt. Zwei von drei Bruten waren erfolgreich. Insgesamt 5 junge Wanderfalken ausgeflogen. 

  • 2023: Wieder drei Brutreviere im Zittauer Gebirge besetzt. Alle drei Bruten diesjährig leider erfolglos. (Störung durch Uhu und Fuchs)

Wanderfalken (Foto: Kay Sbrzesny)

Schwarzstorch (Ciconia nigra)

Der Schwarzstorch ist im Gegensatz zum bekannten Weißstorch ein scheuer und sehr seltener Waldbewohner. Seinen Horst errichtet er auf großen Bäumen in ruhigen Waldgebieten oder an Felswänden. Um dem Schwarzstorch eine ungestörte Jungenaufzucht zu ermöglichen, werden auch hier entsprechende Horstschutzzonen von Mitte März bis Ende August ausgewiesen. Die Nahrung des Schwarzstorches besteht bevorzugt aus Fischen, die er an Teichen und Bächen erbeutet. Dabei lässt er sich auch vereinzelt in den Ortslagen beobachten.

 

Brutergebnisse der letzten Jahre:

  • 2021: Keine Schwarzstorch-Brut im südlichen Landkreis Görlitz.

  • 2022: Keine Schwarzstorch-Brut im südlichen Landkreis Görlitz.

  • 2023: Keine Schwarzstorch-Brut im südlichen Landkreis Görlitz erfasst.

Schwarzstorch (Foto: Tim Hedtke)