Die Rohrweihe im südlichen Landkreis

Die Rohrweihe (Circus aeruginosus) ist ein typischer Greifvogel, der offenen Feldflur mit abwechslungsreichen Feldern, Feuchtwiesen und Feuchtgebieten. Dort jagt sie im typischen niedrigen Suchflug mit schmalen V-Förmig nach oben gehaltenen Flügeln nach Kleinsäugern, Amphibien, Reptilien und Vögeln. 

 

Zum erfolgreichen Brüten benötigt sie aber größere schilfreiche Teiche mit ausgeprägten Verlandungszonen. Dort in versteckten unzugänglichen Schilfbereichen legt sie ihre flachen Nester aus Gras, Ästen und geknickten Rohrhalmen an. Am auffälligsten zeigt sich die Rohrweihe bei uns im April bei Ankunft im Brutgebiet, mit sehr eindrucksvollen Sturz- und Balzflügen über den Teichen.

 

Im südlichen Landkreis Görlitz ist die Rohrweihe ein seltener Brutvogel, mit erheblichen Verbreitungslücken und stark wechselndem Bruterfolg.

Die Rohrweihe ist vor allem gefährdet zum einen durch Intensivierung der Landwirtschaft, und zum anderen durch Verlust bzw. Verschlechterung ihrer Brutlebensräume.

 

Im Rahmen des Projektes werden die Brutreviere und Bruterfolge der Rohrweihe gezielt erfasst, um diese langfristig mit Pflegemaßnahmen stabil zu erhalten.

Negativ auf den Bruterfolg der Rohrweihe wirken sich vor allem Wasserstandschwankungen der Teiche und aufkommende Gehölzsukzession in Schilfgebieten aus. Sinnvolle Maßnahmen für den langfristigen Erhalt der Brutreviere, sind alle Maßnahmen zur Sicherung der Wasserstandstabilität der Teiche, aber auch gezielte Gehölzentfernung in den Schilfgebieten kleiner bis mittelgroßer Teiche.

Rohrweihen-Weibchen mit Dunenjungen (Foto: Tim Hedtke)
Zwei fast flügge juvenile Rohrweihen